Jan ins Gefängnis? Frauke auf den Scheiterhaufen?

Ach was. Lasst sie doch machen, die Kinder. Sie merken ja gerade, dass sich die Welt ihretwegen nicht neu erfindet und dass sie mit ihren Grenzüberschreitungen, die bei beiden etwas Manisches haben, selbst an Grenzen stoßen.

 

Beginnen wir mit Jan Böhmermann, Jg. 1981, Moderator im "Neo Magazin Royale" (wo iss´n des ?), mehrfacher Grimme-Preisträger (wer hat den eigentlich noch nicht bekommen ?) und nach dem Varoufakis-Stinkefinger-Coup schon als Nachfolger von Harald Schmidt gefeiert (ganz ehrlich: Das war doch noch eine ganz andere Liga !). Nun hat Böhmermann ("Keiner durchschaut die Medien wie ich") also Erdogan beleidigt, einen anderen derer, die gerne so tun, als würden sie vorm Frühstück schon übers Wasser laufen. Woraufhin Angela Merkel, die oberste Satire-Beauftragte des Landes, diesen gleich anrief und um Entschuldigung bat. (Bei dem Gespräch wäre man gerne dabei gewesen, wegen Wortwahl, Tonfall, Demutsbekundungen etc.)

 

Gegen Böhmermann aber ermittelt nun der Staatsanwalt. Wegen Schmähkritik, die nicht mal fremden Staatsoberhäuptern gegenüber erlaubt ist. Insofern muss Böhmermann bei seinem Satire-Verständnis doch etwas übersehen haben. Aber der bis Erbrechen aufgesagte Spruch, dass Satire alles darf, hat ja noch nie gestimmt. Sorry, Tucho, aber das musste mal gesagt werden.

 

Ob Böhmermann, der ja nicht ganz schlecht ist, wenn auch nicht so gut, wie er selber glaubt, deshalb gleich ins Gefängnis muss, ist eine andere Frage. Vielleicht wäre er schon hart genug bestraft, wenn er unablässig alte Sendungen von sich anschauen müsste.

 

Folgt Frauke, Jg. 1975, auch so ein Kind, das gerade seine Grenzen ausprobiert. Die Familie verlassen, gegen den solid-biederen Lucke geputscht, den eigenen Pressesprecher gefeuert (ganz schlecht, Frauke, ganz schlecht !), im AfD-Führungs-Hühnerhaufen weitgehend isoliert, dafür als Talkshow-Dauerlächlerin für den Grimme-Preis nominiert (Scherz !), hangelt sie sich mühsam von Eklat zu Eklat. Außer als rotes Tuch für Rechtspopulistenfresser sind ihre Talente doch sehr überschaubar. Ob sich in fünf Jahren noch jemand an Frauke Petry, die dann sicher anders heißt, erinnern wird ?

 

 

Wir sind gespannt.

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